Die Wege des Abwassers durch die verschiedenen Systemkomponenten der Kläranlage


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  1. Mischwasserkanal mit Regenfangbecken
  2. Pumpwerk mit Kreiselpumpen
  3. Rechenkompaktanlage
  4. Langsandfang mit Sandwaschanlage
  5. Vorklärbecken
  6. Biologische Ausbaustufe
  7. Nachklärbecken
  8. Chemische Fällung
  9. Sonderbauwerke

1. Mischwasserkanal mit Regenfangbecken


Der Mischwasserkanal nimmt sowohl industrielle als auch häusliche Abwässer und wie der Name schon sagt alles Regenwasser (Straßenabläufe, Dachabläufe, sonstige Regenabläufe) auf, und führt diese gemischt der Kläranlage zu. In den Regenfangbecken wird das anfallende Mischwasser gestaut, und über eine Drossel kontrolliert der Kläranlage zugeführt.

Füllt das Fangbecken sich bei einem Regenereignis vollständig, wird das saubere Regenwasser über eine Überlaufschwelle in den Vorfluter (Kahl) abgeschlagen.

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2. Pumpwerk mit Kreiselpumpen


Das Pumpwerk fördert die von den Regenfangbecken abgegebenen Abwässer über eine Druckleitung in das Einlaufbauwerk der Kläranlage.

Die Kreiselpumpen haben eine Leistung von Qmax 130 l/s.

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3. Rechenkompaktanlage



Das zu reinigende Abwasser fließt in das in Strömungsrichtung offene Siebrechengehäuse des Paternoster-Feinsiebrechens.

Die im Abwasserstrom enthaltenen Feststoffe werden durch das Siebband zurückgehalten, während das vorgereinigte Abwasser in das nachfolgende Gerinne abfließt.

Die im Siebband angeordneten Zinkenlemente verhindern das Zurückfallen der Feststoffe in den Abwasserstrom.
Durch die Paternoster-Bewegung des Siebbandes werden die Feststoffe aus dem Abwasser entfernt und nach oben zum Abwurfbereich des Feinsiebrechens befördert.

Das Rechengut wird direkt über einen Spiralförderer in eine Rechengutwaschpresse eingeworfen. Hier wird das Rechngut gewaschen und die organischen Stoffe mit dem Waschwasser in den Abwasserstrom zurückgeführt.

Die Auswaschung der Fäkalien und die anschließende Verdichtung des Rechengutes führen zu einer Volumen- und Gewichtsreduzierung, welche Entsorgungskosten einsparen.

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4. Langsandfang mit Sandwaschanlage



Der Langsandfang faßt 100 m³ Abwasser. Das Abwasser durchströmt den Langsandfang spiralförmig. So entsteht auf der gegenüberliegenden Seite mit Hilfe einer längsgerichteten Tauchwand eine Flotation. Dadurch werden im Abwasser vorkommende Öle und Fette an die Oberfläche getrieben und mit dem Räumer in einen zusätzlichen Trichter geschoben.
Mit Hilfe einer Luftbeschickung wird die Dichte des durchlaufenden Abwassers erheblich verringert. So können sich mineralische Stoffe (Sand) besser im Becken absetzen. Mit einem Räumer wird der am Beckenboden abgesetzte Sand in einen Trichter am Beckenende geschoben, und mittels Druckluftheber in die Sandwaschanlage gefördert.
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5. Vorklärbecken



Das Vorklärbecken hat ein Volumen von 250 m³ und dient als1.Beruhigungszone im Klärprozess. Die Durchlaufzeit des Abwassers beträgt ca. 2 Stunden. In dieser Zeit haben die Schwebstoffe ausreichend Zeit sich auf dem Beckenboden abzusetzen.
Die abgesetzten Schwebstoffe (Frischschlamm) werden mit einem Bodenschildräumer in einen Trichter am Beckenende geschoben, und mit einem Druckluftheber in den Voreindicker gepumpt.
Von dort wird der Frischschlamm über eine Schneckenpumpe in den Faulturm gefördert.
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6. Biologische Ausbaustufe



Über den Ablauf der Vorklärung gelangt das von Grobstoffen gereinigte Abwasser in die Biologische Ausbaustufe. (Belebungsbecken) Hier wird unter besonderen mikrobiologischen Gesichtspunkten und mit Hilfe von Mikroorganismen das Abwasser weiter gereinigt. Der im Abwasser vorhandene Ammonium-Stickstoff wird in zwei Stufen abgebaut. Im Nitrifikationsbereich wird der Ammonium-Stickstoff in Nitrat-Stickstoff und weitergehend in Nitrat-Sticksoff umgewandelt. Im Denitrifikationsbereich wird der Nitrat-Stickstoff zu Stickoxiden oder Stickstoff reduziert. Somit ist der für die Umwelt schädliche Ammonium-Stickstoff eliminiert. Die für diesen Vorgang benötigten Mikroorganismen sind von gewissen Rahmenbedingungen abhängig. Zum einen benötigen die Organismen in der Nitrifikation Sauerstoff und Nahrung. Zum anderen sind sie in Ihrer Arbeitsbereitschaft auch abhängig von der Umgebungstemperatur, Witterung und Zusammensetzung des Abwassers. Das Belebungsbecken hat ein Volumen von 2 200 m³, und ist somit eines der größten Bauwerke der Kläranlage.
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7. Nachklärbecken



Mit einem Volumen von 3 000 m³ ist das Nachklärbecken das größte Bauwerk der Kläranlage.

Hier wird das Abwasser in die 2. Beruhigungszone gepumpt. Der von den Mikroorganismen abgegebene Belebschlamm sinkt auf den trichterförmigen Boden des Beckens, und wird über die Rücklaufschlammleitung in den Zulauf des Belebungsbecken gegeben.

Das geklärte Abwasser läuft über eine Überlaufrinne zum Vorfluter. (Kahl)

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8. Chemische Fällung


Im Abwasser befinden sich neben den verschiedenen Stickstoffen und der Schmutzfracht auch Phosphate. Mittels der chemischen Fällung mit Polymetallhydroxidclorid werden dem Abwasser die Phosphate entzogen und an den Schlamm angelagert. So gelangen die Phosphate aus dem Abwasser und ein weiterer wichtiger Reinigungsprozess ist gewährleistet
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9. Sonderbauwerke


Faulturm Volumen 700 m³

Der Frischschlamm aus dem Vorklärbecken sowie der Überschußschlamm aus der Nachklärung wird täglich in den Faulturm befördert. Hier wird der Schlamm unter Luftabschluß bei einer Temperatur von 34° Celsius ausgefault. Dabei entsteht Methangas - dieses wird für die Beheizung des Faulturms, sowie des Betriebsgebäudes und der Warmwasserbereitung verwendet.

Betriebswasseranlage

Das gereinigte Abwasser der Nachklärung wird über eine Tauchpumpe durch einen selbstreinigenden Wasserfilter in einen UV-Filter gepumpt. Hier werden die im Abwasser vorhandenen Keime abgetötet und das keimfreie Wasser wird der Betriebswasseranlage zugeführt.
Dieses Wasser wird zur Wässerung sämtlicher Grünflächen der Gemeinde, zur Kanalspülung und zum Reinigen sämtlicher Becken der Kläranlage genutzt.

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Auf Anfrage sind Führungen möglich.

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